Horte linksextremistischer Gewalt?

Vor der „Welcome to Hell“ spielten die „Goldenen Zitronen“ und „Neonschwarz“. Die für Hamburg bedeutungsvollen Klobürsten kamen zum Vorschein und Wasserbälle wurden weiter gereicht. Luftblasen stiegen auf, und Hände formten über den Köpfen Herzen. Die Stimmung war den Umständen entsprechend entspannt. Was dann kam, ist zur Zeit Gegenstand der Diskussion.

Dass die „Welcome to Hell“ nicht ganz in Gewalt versunken ist, ist mit das Verdienst der Veranstalter. Zu denen gehörte auch die Rote Flora. Für mich ist es erstaunlich, wie oberflächlich mit der Roten Flora aktuell umgegangen wird. Sicher, sie hat ihre Geschichte. Und sicher, die komplette Ablehnung von Gewalt ist nicht zu hören. Ich frage mich nur, was eigentlich am Donnerstag in Hamburg passiert wäre, wenn nicht die Veranstalter zwischen Polizei und Demoteilnehmer*innen vermittelt hätten. Mit unglaublicher Geduld wurde weiter und weiter verhandelt, damit die Demo überhaupt bis zur Reeperbahn kommen konnte – und das nach Anfrangsschwierigkeiten friedlich. Auch in der Nacht baten Lautsprecherwagen immer wieder, Ruhe zu bewahren.

Wie kann überlegt werden, ein Zentrum zu schließen, das helfen kann, in solch brenzligen Situationen zu vermitteln? Das nach den Tagen konstruktive Selbstkritik übt. Wie ist es dann eigentlich um freie Meinungsäußerung in Deutschland bestellt? Zu dem Thema befindet sich der Film „Free Speech Fear Free“ in der Linkliste.

Wie viele andere kann ich mich des Eindrucks nicht entziehen, dass hier ein Bauernopfer gefordert wird. Und wenn dann die Flora schon weg ist, können gleich die Rigaer Straße in Berlin und andere linke Projekte mitgehen, so hofft anscheinend de Maiziere. Ob damit Probleme gelöst werden, wage ich sehr zu bezweifeln. Mal sehen, was in Berlin in der kommenden Zeit passiert.